Auszug aus der Dorfchronik


"Anno 1789 sind in den obern theil des orths Edelsthall den 27n July 35 Wirtschaften abgebrennt"
"Anno 1794 sind in den untern theil des orths Edelssthall den 18n August 21 Wirthschaften abgebrennt"

(Eintragung in der Taufmatrik von Edelstal,Bd.1,Rückseite des Versatzblattes)

In den vergangenen Jahrhunderten hat der "Feuerteufel" vor allem auch in den Dörfern unserer Gegend viel Leid gebracht und manche Familie in den wirtschaftlichen Ruin gestürzt.
So drängten die staatlichen Stellen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Gemeinden immer mehr, Feuerwehren zu gründen. Im Bezirk Neusiedl/See tat man das in der Zeit zwischen 1880 und 1890.
Der Gründung der Feuerwehr in Edelstal gingen zwei große Brände im Dorf voraus: In der Nacht vom 21. auf den 22. Aug. zum Kirchweihfest 1881 brach ein großes Feuer aus und zerstörte die Häuser Nr. 87, 88, 89, 90, 91, 92 und drei Scheunen; im ersten Haus kam alles Vieh um.
Der zweite Brand brach in der Nacht vom 27. Juni 1883 aus und zerstörte sechs Häuser mitsamt Vieh.
Darauf wurde 1889 die
"Freiwillige Feuerwehr zu Nemesvölgy" gegründet. Als Wappen wählte sie: Gekreuzte Axt und Mauerbrecher.
Die Statuten des Vereins schrieb Volksschuldirektor
Johann Moser in ungarischer Sprache. In 27 Paragraphen werden Ziele, Rechte und Pflichten der Vereinsmitglieder und die Organisation und der Wirkungsbereich des Vereins aufgezeigt. Genehmigt wurde die Gründung am 14. Juni 1890 vom ungarischen Innenministerium. Unterschrieben hat Franz Markl als Vereinsobmann und Johann Moser als Sekretär.
Erster Kommandant war nach mündlicher Überlieferung
Adam Zax.
Ein Kassabuch, beginnend mit 1904, ist noch erhalten. Aus den Eintragungen geht unter anderem hervor, dass der Feuerwehrball seit der Gründung Tradition hatte, schon wegen der Geldmittel, die dadurch dem Verein zuflossen. Noch heute ist er ein wichtiger Vereinsanlass.




Weitere Unterstützung erhielt der Verein von der Gemeinde, meistens 30 Kronen im Jahr, und von einer Versicherung.
Größere Anschaffungen gab es 1904 für die "Manschaftsmontur": 162,88 Kr.
Ein besonderer Anlass war das 25-jährige Jubiläum, das am 24. Mai 1914 mit einem großen Fest begangen wurde. Der Reinertrag betrug 121,80 Kr.
Davon wurde den 17 einrückenden Feuerwehrmännern je 6 Kronen als Unterstützung ausbezahlt.




Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums im Jahre 1929, das wieder Anlass zu einem großen Fest war, wurde eine Motorspritze angeschafft; vorher gab es nur den Pferdewagen und die Handpumpe.




Am 23.6.1935 wurden die Vereine durch ein Landesgesetz aufgehoben und in den Stand einer "Körperschaft öffentlichen Rechtes" erhoben. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gehörte der Bezirk Neusiedl/See zum Kreis Bruck/Leitha. Kreiswehrführer des Bezirks war zwischen 1939 und 1945 Josef Sollah aus Hainburg. Ab März 1943 unterstand das ganze Feuerwehrwesen der SS.
Im November 1945 wurde die Zusammensetzung der Feuerwehrmitglieder neu geordnet.

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